Working Equitation auf dem traditionellen Pfingstturnier in Wiesbaden 2019

Für Reiter, Pferdeliebhaber und Sponsoren aus dem Rhein-Main-Neckar Raum ist das Internationale Pfingstturnier rund um das Wiesbadener Schloss ein absolutes Muss. Die besten Reiter der Welt treffen sich seit 80 Jahren in diesem unglaublichen Ambiente und messen sich im fairen Wettstreit. Sehen und gesehen werden, ob als Sportler oder Zuschauer – hier trifft sich die High Society der Reiterwelt mit dem Champagnerglas in der Hand.

Ein besonders Highlight ist die Nacht der Pferde. In einer ausverkauften Arena genießen 12.000 Zuschauer Jahr für ein Jahr ein sensationelles Showprogramm bei Flutlicht und Verfolgerspots. Tribünen- und Stehplätze sind immer heiß begehrt. In aufwändigen Schaubildern mit bis zu 120 Akteuren kommen Reiter und Pferde jeglicher Art zum Zuge.

Mitja Hinzpeter knüpfte im vergangenen Jahr die entscheidenden Kontakte und so konnte der WED zum 25jährigen Jubiläum der Wiesbadener Pferdenacht ein eigenes Showhighlight beitragen: Die Doppelweltmeister Mitja Hinzpeter und Thomas Türmer, sowie 18 weitere aktive Worker präsentierten Working Equitation mit jener Rasanz und Lebensfreude, die unseren Sport ausmacht.

Bis zuletzt mussten allerdings alle Akteure, von denen einige mit großem Engagement sogar aus dem Ruhrgebiet angereist waren, erst einmal zittern, ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden würde. Zweimal wurde das gesamte Gelände kurz vor Beginn aufgrund drohender Unwetterwarnungen geräumt. Die Reiter, die bereits mit eingeflochtenen und gesattelten Pferden für eine erste Probe bereit standen, mussten ihre Rösser eilig wieder in schützende Hänger verladen oder im Stallzelt Zuflucht suchen. Erst um 19.30 Uhr kam die erlösende Botschaft: Die Jubiläums-Pferdenacht findet statt!

20 Reiter saßen auf und zogen zum Abreiteplatz. So kurz vor Showbeginn herrschte hier Hochbetrieb. Trotzdem ordneten sich die Worker unter der Anleitung von Mitja in 5 Viererreihen. Erst im Schritt, dann im Trab und schließlich Galopp setzte sich die eindrucksvolle Kavalkade in Bewegung. Dass beleuchtete Ponies, Pappmachee-Monster und Akteure mit Pegasus-Flügeln drum herum tobten, stört Worker-Pferd ja zum Glück nicht. Auch die dankenswerter Weise ganz kurzfristig für Krankheitsfälle eingesprungenen und noch wenig erfahrenen Teilnehmer hielten sich tapfer. Die Gruppe präsentierte mit Lusitano, Trakehner, Westfale, PRE, Golden Pintos, Friesen und Mixen die ganze bunte Workerwelt. Der mehr oder minder starke Dauerregen schaffte es nicht, die Laune zu trüben.

Der Aufbau der Trailhindernisse geriet zur Herausforderung da nur eine kurze Pause zur Verfügung stand, und die Hänger mit den Hindernissen nicht bis in die große Showarena einfahren durften. Mitja Hinzpeter himself, Michael Wesp als Parcourschef, offizielle Helfer des Pfingstturniers und einige Reiter die ihre Pferde kurzerhand den Kollegen in die Hand gedrückt hatten, rannten über den nassen Rasen und bauten in kürzester Zeit zwei Parallelparcours auf. Im fliegenden Start hechteten die Aktiven anschließend zu ihren wartenden Pferden.

Und dann war es soweit: Mit den WED Fahnen voraus galoppierten zwanzig Worker in Vierer-Reihen auf dem heiligen Wiesbadener Rasen ein. Regenschnüre brachen sich im Flutlicht, tausende von Regenschirme und in bunte Capes gehüllte Zuschauer säumten die Arena, bunte Lichtspots verfolgten die Reiter. Und das Publikum begrüßte die Worker mit frenetischem Applaus! Abgesehen von unseren Weltmeistern dürfte dies für die übrigen Reiter und Pferde das erste Mal gewesen sein sich in solch einem Ambiente zu präsentieren. Workerpferde do it with a smile und eine Hand zum Winken hatten die meisten Reiter auch noch frei.

Nach der Begrüßungsrunde löste sich die Gruppe geordnet auf. Jeder nahm sich einzelne Trail-Hindernisse vor und demonstrierte wie sie zu reiten sind. Arnaud Petit moderierte dabei souverän vom Sattel aus, teils die Arbeit anderer Reiter, teils während er locker selbst das ein oder andere Hindernis bewältigte.

Und was wäre eine Vorstellung unseres Sports vor so großartiger Kulisse ohne einen Speed-Trail?

In den zwei parallel aufgebauten Trails demonstrierten vier allgemein als schnell bekannte Reiter, die Rasanz von Working Equitation: Rosalind Holmes mit Fuego und Michael Wesp mit Miss Sixty traten als erstes Doppel-Paar gegeneinander an. Danach folgten die Working Equitation Mannschafts-Weltmeister Thomas Türmer mit Orlando zusammen mit Mitja Hinzpeter mit seinem Hengst Macchiato. Trotz nassen Rasens und glitschiger Zügel brachten die vier Speeder auch die Wiesbadener zum Toben. Nach dem frenetischen Publikum im Münchener Olympiastadion dürften jetzt auch die eher als konservativ bekannten Wiesbadener auf den Geschmack zur Working Equitation gekommen sein. Das Worker-Virus kursiert nun auch in der Landeshauptstadt Hessens!

Mit einer Ehrenrunde für das Publikum verabschiedeten sich die Worker! „Dankeschön Wiesbaden“ dass wir unseren Sport präsentieren durften!

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Kathrin Paris
    12.06.2019 13:00

    Respekt ihr Lieben, wirklich schöne Bilder 👌

    Als ehemalige Ritter-Turnier Reiterin weiß ich dass man sich das Wetter nicht immer aussuchen kann… aber ich bin mir sicher,

    … echte Worker bringt kein Wetter aus der Fassung und lässt sich schon zweimal nicht die gute Laune dadurch verderben ✌️
    Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwer es für mich ist eure Beiträge immer nur lesen und sehen zu “ müssen“ und nicht aktiv dabei zu sein

    Aber wenn eins sicher ist : dann, dass ich bald ein Worker bin 👍💕

    Viele Grüße Kathrin Paris

    Antworten

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